Projektzeit in der Kita adagio

Ein Kind sitzt auf dem Boden und schaut sich genau an, wie sich ein Käfer vor seinen Augen bewegt. Wie viele Beine hat er? Was passiert, wenn er auf den Rücken fällt? Wovon ernährt sich der Käfer? Wie sieht sein Lebensraum aus? Welche natürlichen Feinde hat er?
Tiefer in eine bestimmte Thematik einzutauchen, ist für Kinder und ihre Lernphasen elementarer Bestandteil des Heranwachsens. Doch oft bleibt im Alltag wenig Zeit. Antworten auf all diese Fragen können daher besonders gut in Form eines Projektes im Kindergarten aufgegriffen werden.
In der schulischen Ausbildung und im Studium gehören Projekte heute zum Lernalltag. Doch auch im Kindergarten profitieren die Kinder von der Projektarbeit. Leben, lernen und arbeiten miteinander zu verbinden, bildet die Basis der Projektarbeit in der Kita adagio.
In der Projektzeit widmen sich Kinder und Erzieher intensiv einem vorher partizipativ festgelegten Thema. Die Kinder bestimmen mit, was sie lernen möchten. Das Projektlernen fördert Kreativität und Eigeninitiative. Die kleinen Teilnehmer untersuchen eine Sache von allen Seiten, stellen Bezüge her und können so das neu erworbene Erfahrungswissen direkt in ihrem Alltag anwenden. Im Gegensatz zur reinen Beschäftigung mit einem Thema, ist die Projektarbeit demokratisch organisiert und auf die Zusammenarbeit im Team ausgelegt. Sie ist immer ganzheitlich orientiert und stellt stets den Versuch dar, leben, lernen und arbeiten miteinander zu verbinden.

Die Erzieher sind Begleiter und Assistenten ihrer Schützlinge. Darüber hinaus fördern gemeinsame Projekte die Zusammengehörigkeit der Kinder und unterstützen die pädagogischen Bemühungen zur Inklusion. Hier wird niemand ausgegrenzt – alle arbeiten zusammen und entsprechend der eigenen individuellen Möglichkeiten. Es gibt nicht eine richtige Lösung, sondern viele Ergebnisse am Ende der Projektphase. Das Lösen einer Aufgabe steht hier ohnehin nicht im Mittelpunkt – ausschlaggebend sind die Erfahrungen und Lernprozesse auf dem Weg dorthin. Kinder entwickeln dadurch Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken.
In jedem Kitajahr finden zwei große Projektzeiten statt. Im Frühling eine 4-wöchige Projektzeit und im Herbst eine 2-wöchige Projektzeit. Zu saisonalen Anlässen wie beispielsweise zur Faschingszeit, zu Ostern oder zur St. Martins- und Weihnachtszeit gibt es kleinere Projektzeiten, die diese Jahreszeitenfeste aufgreifen. Das Besondere in der Kita adagio bildet unser musikalischer Schwerpunkt, der grundsätzlich in alle Projektzeiten intensiv eingebunden wird.

Projektzeit im Winter 2026

Elementarbereich

Meine Gefühle – so bunt wie ich

In unserem Projekt „Meine Gefühle – so bunt wie ich“ beschäftigen sich die Kinder spielerisch mit ihren eigenen Emotionen und denen anderer. Sie lernen, Gefühle wie Freude, Traurigkeit, Wut, Neid und Angst wahrzunehmen, zu benennen und auszudrücken. Sie lernen, dass alle Gefühle erlaubt sind, jedoch nicht jedes Verhalten. 

Mithilfe von Gefühlskarten und Bilderbüchern werden die unterschiedlichen Gefühle visuell wahrgenommen und benannt. Die Kinder basteln eine Gefühlsuhr und stellen auf dieser die Gesichtsausdrücke der unterschiedlichen Emotionen dar. Im Rollenspiel mit Puppen schlüpfen die Kinder in beispielsweise eine Streitsituation oder einen Geburtstagsmorgen und gemeinsam überlegen wir, wie sich die Beteiligten fühlen könnten. Im Rahmen der Spiegelarbeit „So sehe ich aus, wenn ich…“glücklich“….bin“ fotografieren sich die Kinder gegenseitig und malen Gefühlsportraits. Es wird viel gesungen und getanzt. Wir lernen die Gefühlslieder „Wenn du fröhlich bist, dann klatsche in die Hand“, „Gemeinsam sind wir stark“ und den Gefühle-Song kennen. Die Kinder ordnen Gefühle der Musik zu und tanzen mit entsprechenden Bewegungen frei im Tanzraum. In selbstgebastelten Herzcollagen malen die Kinder, was sie glücklich macht und versehen Handabdrücke mit positiven Worten.

Krippenbereich

Die kunterbunte Welt der Farben

Während unserer Projektzeit lernen die Kinder, Farben zu benennen und deren Wirkung zu verstehen, indem sie farbige Gegenstände anfassen und ihre Umwelt farblich erkunden. Beim spielerischen Beschreiben und Benennen von Farben erweitern sie ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksfähigkeit. Sie können durch Malen, Basteln und Experimentieren mit Farben ihre Kreativität frei leben und ihre Motorik wird gefördert. Das Mischen von Farben bietet erste Einblicke in naturwissenschaftliche Phänomene. Darüber hinaus lernen die Kinder beim gemeinsamen Arbeiten Rücksichtnahme und Zusammenarbeit. So wird nicht nur die kognitive Entwicklung der Kinder gefördert, sondern auch ihre sozialen Fähigkeiten in einer spielerischen Umgebung. Musikalisch wird das Projekt täglich mit dem bekannten Lied „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ entsprechend den Farben begleitet. Im Tanzraum werden Spiele mit dem Schwungtuch und farbigen Tüchern gespielt und getanzt. Es wird farblich sortiert, bunte Farbklecksbilder und Himmelbilder aus Watte entstehen, es wird bunt gestempelt und die Kinder machen farbige Handabdrücke ihrer Hände. Ein lustiges Taschenlampenspiel und ein farblich sortiertes Buffet bilden den Abschluss der Projektzeit. 

Projektzeit im Herbst 2025

Freundschaft macht stark

Im Rahmen des Projektes machen wir uns Gedanken dazu, was Freundschaft eigentlich bedeutet und was einen guten Freund oder eine gute Freundin ausmacht. 
Hierbei stehen Fragen wie
„Was macht ein Freund, wenn es dir nicht gut geht?“, 
„Was magst du besonders an deinem Freund / deiner Freundin?“ und
„Wie fühle ich mich, wenn ich mich mit meinem Freund / meiner Freundin mal streite und wie kann ich einen Streit beenden?“
im Vordergrund.

Wir diskutieren über Streit und Versöhnung, über Kooperation und Rücksichtnahme. Ein respektvoller Umgang miteinander, Empathie und Mitgefühl der Kinder werden gefördert und gestärkt.

Wir betrachten das Buch „Das kleine Wir – Wir alle“ und tauschen uns dazu aus. Die Kinder berichten von ihren Freunden und was sie schon alles mit ihnen erlebt haben. Die Portfolioseite des Sprachlerntagesbuchs wird gestaltet, indem die Kinder ihren besten Freund / ihre beste Freundin malen. 

Freundschaftsarmbänder werden gebastelt und verschenkt und spannende Geheimbilder entstehen im Forscherraum für den besten Freund / die beste Freundin, der / die dieses Bild dann sichtbar machen kann.

Das große Freunde-Würfel-Spiel, bei dem viele Freundschafts-Aktionskarten zum Einsatz kommen, wird eifrig und oft gespielt.

Die Geschichte „Zwei unterschiedliche Freunde“ regt zum Nachdenken und Austausch der Kinder untereinander an. 

Die Bewegungsspiele „Wilde Autofahrt“, „Die Gepäckträger“ und „Spiegelbilder“ sorgen für freundschaftliche Sportaktivitäten mit viel Bewegung.

Der Gesprächskreis „Was passiert, wenn man sich streitet“ löst viele Gedanken, Gefühle und Ideen bei den Kindern aus. Es wird berichtet, fantasiert und diskutiert. Die Kinder basteln eine Gefühlsuhr und beschreiben die dargestellten Gefühle. 

Streitgeschichten werden vorgelesen und dabei Ähnlichkeiten entdeckt. Lösungsorientiert spielen die Kinder Rollenspiele zu Themen wie „Zwei Kinder wollen mit demselben Spielzeug spielen“. Im darstellenden Spiel werden Streit & Versöhnung von den Kindern nachgespielt.

Das Fingerspiel „Fritz und Fratz“ und die Klanggeschichte „Klim und Klax – die Streithähne“ begleiten musikalisch. Unsere Freundschaftslieder „Freunde sein“, „Wollt ihr wissen, was zwei gute Freunde machen“ und „Eine kleine Maus aus Mäuseniheim“ werden täglich gesungen, getanzt und instrumental begleitet.

Herbst entdecken & Freundschaft erleben

Im Rahmen des Projektes steht die Entstehung eines Freundschaftsbaumes im Vordergrund. 

Hierfür erstellen die Kinder Hand- und Fingerabdrücke von sich selbst, die dem Baum als Blätter dienen. Im Vorfeld sammeln die Kinder Herbstblätter im Kitagarten und erkunden diese, es wird getastet und geraschelt. Der Baumstamm ist ein gemeinsam kreiertes Kunstwerk der Kinder.

Musikalisch begleitet wird das Projekt mit den Liedern „Der Herbst ist da“ und dem Freundschaftslied „Bruder Jakob“, die täglich gesungen werden. Die Kinder werden zu bunten Herbstblättern und tanzen im Wind durch die Räume. Der Blättertanz lässt Herbstblätter und Tücher in die Luft wirbeln.

Auf einem Naturspaziergang werden Herbstschätze wie Eicheln, Kastanien, kleine Zweige und weitere Herbstblätter gesammelt, die im Anschluss von den Kindern stolz präsentiert und vorgestellt werden.

In Kleingruppen werden Blätter gepresst, musikalische Kastanienrasseln gebastelt und große Herbstblätter werden zu Blätterfreunden, indem die Kinder ihnen fröhliche Gesichter malen. 

Kastanien tanzen durch den Morgenkreis und die Lieder werden nun mit den Kastanienrasseln musikalisch begleitet.

Unser Freundschaftsspiel, bei dem zwei Kinder gemeinsam einen Eimer mit Blättern oder Kastanien tragen, bereitet besondere Freude. Freundschaftliche Wettkampfspiele entstehen und wir lernen, dass Wettkampf Spaß machen kann.

Die Freundschaftsgeschichte „Freunde“ als Bilderbuchdarstellung von Helme Heine bietet viele Gesprächsimpulse und kreative Bilder werden von den Kindern gemalt. Jedes Kind bekommt ein Freundschaftsherz.

Im Kreisritual wird eine Freundschaftskerze entzündet (elektrisches Licht). 

Zum Ende des Projektes wird der fertiggestellte Freundschaftsbaum aufgehangen und bewundert und bestaunt.

Zum Festabschluss singen und tanzen wir mit Blätterkonfetti zu unseren Herbstliedern, rasseln mit unseren Kastanienrasseln und jedes Kind besitzt einen Blätterfreund und ein Freundschaftsherz.